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	<title>Testamentsanfechtung &#8211; Advocatae Kanzlei Berlin</title>
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	<description>Führende Anwaltskanzlei in Berlin für Familienrecht &#124; Notarin</description>
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	<title>Testamentsanfechtung &#8211; Advocatae Kanzlei Berlin</title>
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		<title>Beide Ehegatten müssen testierfähig sein</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Sep 2024 06:20:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbrecht]]></category>
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<p>Zur Errichtung eines wirksamen gemeinschaftlichen Testaments müssen beide Ehegatten testierfähig sein. So entschied es das Oberlandesgericht (OLG) Celle.</p>
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									<p><strong>Gemeinschaftliches Testament: Beide Ehegatten müssen testierfähig sein.</strong> Zur Errichtung eines wirksamen gemeinschaftlichen Testaments müssen beide Ehegatten testierfähig sein. So entschied es das Oberlandesgericht (OLG) Celle.</p>
<h2>Ehegatten verfassten ein gemeinschaftlichen Testament</h2>
<p>Die beiden Ehegatten hatten sich durch gemeinschaftliches Testament gegenseitig als Alleinerben eingesetzt. Dieses Testament wurde von der Ehefrau eigenhändig geschrieben und unterschrieben sowie vom Erblasser eigenhändig unterschrieben.</p>
<p>Mit einer Ergänzung dieses Testaments, errichtet in gleicher Weise, ordneten die Ehegatten später eine Vor- und Nacherbschaft dergestalt an, dass der überlebende Ehegatte befreiter Vorerbe und ihre gemeinsame Tochter Nacherbin sein sollte. Bereits zwei Jahre vor dieser Ergänzung des Testaments wurde die Ehefrau wegen einer Demenzerkrankung in einem Pflegeheim untergebracht. Ein Jahr vor der Ergänzung des gemeinschaftlichen Testaments tötete der Erblasser seine Schwester und wurde in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht, in der er sich das Leben nehmen wollte.</p>
<p>Nach dessen Tod beantragte die überlebende Ehefrau, vertreten durch ihre Tochter, einen Erbschein des Inhalts, dass sie alleinige befreite Vorerbin des Erblassers geworden sei und die Nacherbfolge der Tochter nach ihrem Tod als Vorerbin eintrete. Sie hat sich zur Begründung ihres Antrags auf die beiden letzten gemeinschaftlichen Testamente gestützt. Der gemeinsame Sohn der Ehegatten ist dem Antrag entgegengetreten. Er begründete dies damit, sowohl der Erblasser als auch die Antragstellerin seien zum Zeitpunkt der Errichtung beider Testamente testierunfähig gewesen.</p>
<h2>Nachlassgericht deutete Testamente um</h2>
<p>Das Nachlassgericht ist nach Einholung eines Sachverständigengutachtens zur Überzeugung gelangt, dass die Antragstellerin testierunfähig gewesen ist. Bezogen auf den Erblasser hat sich hingegen nicht die Überzeugung von einer Testierunfähigkeit zum Zeitpunkt der Errichtung der vorgenannten Testamente gebildet. Die Testamente könnten jeweils in ein Einzeltestament des Erblassers umgedeutet werden, weshalb es die für die Erteilung des Erbscheins erforderlichen Tatsachen für festgestellt erachtet hat.</p>
<p>Gegen diese Entscheidung wandte sich der Sohn der Ehegatten mit der Beschwerde und begehrte die Zurückweisung des Erbscheinsantrages.</p>
<h2>So sah es das Oberlandesgericht</h2>
<p>Das OLG hat den Antrag auf Erteilung des Erbscheins zurückgewiesen und ausgeführt, dass die zur Erteilung des Erbscheins erforderlichen Tatsachen nicht für festgestellt zu erachten seien.</p>
<p>Ein wirksames gemeinschaftliches Ehegattentestament setze voraus, dass beide Ehegatten bei der Testamentserrichtung testierfähig sind. Ein Testament könne nicht errichten, wer wegen krankhafter Störung der Geistestätigkeit, Geistesschwäche oder wegen Bewusstseinsstörungen nicht in der Lage ist, die Bedeutung einer von ihm abgegebenen Willenserklärung einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln.</p>
<p>Da ein gemeinschaftliches Testament vom Willen beider Eheleute getragen sei, erfordere eine wirksame Verfügung von Todes wegen die Testierfähigkeit eines jeden Ehegatten. Daran fehle es bei einem Ehegatten, weshalb der Antrag auf Erteilung des Erbscheins zurückzuweisen sei.</p>
<p>Eine Umdeutung des unwirksamen gemeinschaftlichen Testaments in ein Einzeltestament des Erblassers komme hier nicht in Betracht, weil der Erblasser die getroffenen Anordnungen nicht eigenhändig geschrieben, sondern den von der Antragstellerin geschriebenen Text nur unterschrieben habe. Die Umdeutung als Einzeltestament komme hier nur für den Teil in Betracht, der die Verfügung eigenhändig – hier also die Antragstellerin – niedergelegt habe.</p>
<p>Quelle | <a title="https://voris.wolterskluwer-online.de/browse/document/47379ff1-7fb1-4479-81ea-b537c4d9aa8a" href="https://voris.wolterskluwer-online.de/browse/document/47379ff1-7fb1-4479-81ea-b537c4d9aa8a" target="_blank" rel="noopener">OLG Celle, Urteil vom 14.3.2024, 6 W 106/23</a></p>
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										<span class="elementor-icon-list-text">Die wichtigsten Fragen zum Erbrecht und: Was kann eine Anwältin für Erbrecht für Sie tun?</span>
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										<span class="elementor-icon-list-text">Erbauseinandersetzung: Anfechtung eines Testaments</span>
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										<span class="elementor-icon-list-text">Ein durch Testament eingesetzter Erbe trägt Risiken</span>
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										<span class="elementor-icon-list-text">Kopie in der Schublade: Testament oder nur ein Entwurf?</span>
											</a>
									</li>
								<li class="elementor-icon-list-item">
											<a href="https://advocatae.com/auflagen-im-testament-was-darf-der-erblasser-regeln/" target="_blank">

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										<span class="elementor-icon-list-text">Auflagen im Testament - was darf der Erblasser regeln?</span>
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		<title>Wann wird ein Testament durch ein widersprüchliches neues Testament aufgehoben?</title>
		<link>https://advocatae.com/testament-durch-einen-widerspruch-aufgehoben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RA]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Jun 2024 03:32:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Testamentsanfechtung]]></category>
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<p>Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat entschieden, wann ein Widerspruch vorliegt, durch den ein älteres Testament – ganz oder teilweise – aufgehoben wird. </p>
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									<p><strong>Wann wird ein Testament durch einen Widerspruch aufgehoben?</strong> Das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf hat entschieden, wann ein Widerspruch vorliegt, durch den ein älteres Testament – ganz oder teilweise – aufgehoben wird.</p>
<h2>Vier handschriftliche Testamente</h2>
<p>Die Erblasserin verstarb ledig und kinderlos. Sie hatte zwei Geschwister: eine Schwester und einen Bruder, die beide vorverstorben sind. Insgesamt hinterließ die Erblasserin vier handschriftlich verfasste Testamente.</p>
<p>Im ersten Testament vom 3.4.2007 setzte sie ihre Schwester als Alleinerbin und ihren Bruder als Ersatzerben ein. Dieses Testament änderte sie am 26.4.2009 durch Durchstreichen derart, dass die Ersatzerbenstellung des Bruders aufgehoben wurde mit der Bemerkung, dass er gestorben sei. Im Testament vom 26.4.2009 setzte sie erneut ihre Schwester als Alleinerbin ein. Später ergänzte sie den Text mit folgendem unvollständigen Wortlaut: „Für den Fall, dass meine Schwester das Erbe nicht antreten kann, setze ich meine Großnichte als“.</p>
<p>Im Testament vom 18.10.2009 setzte sie erneut ihre Schwester als Alleinerbin ein. Weiter heißt es in dem Testament: „Für den Fall, dass meine Schwester verstorben ist, setze ich zur Nacherbin meine Großnichte ein.“ Schließlich testierte sie am 27.14.2016 erneut und setzte wiederum ihre Schwester als Alleinerbin ein. In diesem Testament wurde weder eine Ersatzerbschaft noch eine Nacherbschaft angeordnet und die Großnichte wurde nicht mehr erwähnt.</p>
<p>Die Großnichte beantragte einen Alleinerbschein. Dem traten die Kinder des vorverstorbenen Bruder entgegen. Das Nachlassgericht hat den Antrag mit der Begründung zurückgewiesen, die Erblasserin habe mit ihrer letzten Verfügung von Todes wegen die vorangegangenen Testamente aufgehoben.</p>
<p>Der gegen diesen Beschluss durch die Großnichte eingelegten Beschwerde hat das Nachlassgericht nicht abgeholfen und die Akten dem OLG Düsseldorf zur Entscheidung vorgelegt. Dieses hat die Beschwerde zurückgewiesen.</p>
<h2>So sah es das Oberlandesgericht</h2>
<p>Die Großnichte könnte ihre Alleinerbenstellung allein aus dem Testament vom 18.10.2009 herleiten. Diese Stellung sei indes von der Erblasserin vollständig aufgehoben worden, als sie am 27.4.2016 ein neues Testament errichtet habe, in dem die Großnichte nicht mehr als Ersatzerbin berufen sei, so das OLG.</p>
<p>Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (hier: <a title="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2258.html" href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__2258.html" target="_blank" rel="noopener">§ 2258 Abs. 1 BGB</a>) werde durch die Errichtung eines Testaments ein früheres Testament insoweit aufgehoben, als dass das spätere Testament mit dem früheren in Widerspruch stehe. Ein derartiger Widerspruch liege zum einen vor, wenn die Testamente sachlich miteinander nicht vereinbar seien, die getroffenen Anordnungen also nicht nebeneinander Geltung erlangen könnten, sondern sich gegenseitig ausschließen.</p>
<p>Ein Widerspruch sei zum anderen (auch) gegeben, wenn die einzelnen Anordnungen einander zwar nicht entgegengesetzt seien, aber die kumulative Geltung der mehreren Verfügungen den in einem späteren Testament zum Ausdruck kommenden Absichten des Erblassers zuwiderliefe. Das sei der Fall, wenn der Erblasser mit dem späteren Testament seine Erbfolge insgesamt, nämlich abschließend und umfassend (ausschließlich) habe neu regeln wollen. So liege der Fall hier.</p>
<p>Quelle | <a title="https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/duesseldorf/j2023/3_Wx_189_23_Beschluss_20231219.html" href="https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/duesseldorf/j2023/3_Wx_189_23_Beschluss_20231219.html" target="_blank" rel="noopener">OLG Düsseldorf, Urteil vom 19.12.2023, I-3 Wx 189/23</a></p>
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