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	<title>Pflichtteil &#8211; Advocatae Kanzlei Berlin</title>
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	<description>Führende Anwaltskanzlei in Berlin für Familienrecht &#124; Notarin</description>
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	<title>Pflichtteil &#8211; Advocatae Kanzlei Berlin</title>
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		<title>Ehegattentestament: Voraussetzungen einer Pflichtteilsstrafklausel</title>
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		<dc:creator><![CDATA[RA]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Oct 2023 05:48:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Pflichtteil]]></category>
		<category><![CDATA[Testament]]></category>
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<p>Pflichtteilsstrafklauseln in gemeinschaftlichen Testamenten sollen den Nachlass für den überlebenden Ehegatten möglichst ungeschmälert erhalten. Wird die Verwirkung der Pflichtteilsklausel von den Testierenden nicht nur an das Verlangen des Pflichtteils, sondern auch an den Erhalt des Pflichtteils geknüpft, setzt die Verwirkung der Klausel einen tatsächlichen Mittelabfluss voraus. Ohne Mittelabfluss besteht kein Sanktionierungsgrund. So sieht es das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main.</p>
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									<p><strong>Ehegattentestament: Voraussetzungen einer Pflichtteilsstrafklausel. </strong> Pflichtteilsstrafklauseln in gemeinschaftlichen Testamenten (Ehegattentestament) sollen den Nachlass für den überlebenden Ehegatten möglichst ungeschmälert erhalten. Wird die Verwirkung der Pflichtteilsklausel von den Testierenden nicht nur an das Verlangen des Pflichtteils, sondern auch an den Erhalt des Pflichtteils geknüpft, setzt die Verwirkung der Klausel einen tatsächlichen Mittelabfluss voraus. Ohne Mittelabfluss besteht kein Sanktionierungsgrund. So sieht es das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main.</p>
<h2>Beanspruchen des Pflichtteils sollte sich nachteilig auswirken</h2>
<p>Die Erblasserin hatte mit ihrem vorverstorbenen Ehemann ein privatschriftliches gemeinschaftliches Testament errichtet. Sie hatte aus einer früheren Ehe eine Tochter, ihr verstorbener Ehemann hatte aus früheren Ehen zwei Töchter. Die Eheleute setzten sich gegenseitig zu Alleinerben ein. Weiter hieß es: „Wir gehen davon aus, dass unsere Kinder keinen Anspruch auf einen Pflichtteil nach dem Tod des erstverstorbenen Elternteils erheben. Nach dem Tod des überlebenden Partners wird das Vermögen unter den Kindern (&#8230;Namen der drei Töchter) zu gleichen Teilen aufgeteilt. Ausgenommen ist dabei das Kind, das einen Pflichtteil beansprucht und erhalten hat.“</p>
<p>Die Tochter der Erblasserin beantragte einen Erbschein, der sie und eine der zwei Töchter des vorverstorbenen Ehemanns zu je 1/2 als Erbinnen ausweisen soll. Sie meint, die weitere Tochter sei nicht Erbin der Erblasserin geworden sei, da sie nach dem Tod ihres Vaters ihren Pflichtteil geltend gemacht habe.</p>
<h2>Erbanspruch nicht verwirkt</h2>
<p>Das Nachlassgericht hat den Erbscheinsantrag der Tochter der Erblasserin zurückgewiesen. Die hiergegen eingelegte Beschwerde hatte auch vor dem OLG keinen Erfolg. Gemäß der testamentarischen Schlusserbenbestimmung seien alle drei Töchter Erbinnen zu jeweils einem Drittel geworden, bestätigte das OLG. Die dritte Tochter habe ihren Erbanspruch nicht verwirkt.</p>
<p>Nach dem Testament sollte dasjenige Kind von der Schlusserbschaft ausgenommen werden, das nach dem Tod des Erstversterbenden seinen Pflichtteil beansprucht und erhalten hat. Voraussetzung für das Auslösen der Sanktionswirkung sei damit – abweichend von den üblichen Klauseln – nicht nur die Geltendmachung des Pflichtteils, sondern zusätzlich ein Mittelabfluss vom Nachlassvermögen. Ob die Tochter hier überhaupt ihren Pflichtteil geltend gemacht habe, könne offenbleiben. Jedenfalls habe sie nicht ihren Pflichtteil und auch sonst nichts aus dem Nachlassvermögen erhalten.</p>
<p>Der Hinweis der anderen Töchter, sie habe ihren Pflichtteil erhalten, dieser sei aber „gleich null“ gewesen, überzeuge nicht. Ein „ins Leere gehender bzw. wertloser Pflichtteil … (löse) nicht die Sanktionswirkung der testamentarischen Pflichtteilsklausel aus“. Durch das zusätzliche Erfordernis des „Erhaltens“ hätten die Eheleute deutlich gemacht, dass es ihnen „um das Zusammenhalten des Nachlassvermögens, dessen Werthaltigkeit und den Schutz des überlebenden Ehegatten“ gegangen sei. Wenn die Tochter nichts aus dem Nachlass erhalten habe, sei der Nachlass nicht geschmälert und es bestehe nach dem Willen der Ehegatten kein Grund für eine Sanktionierung.</p>
<p>Die Entscheidung ist nicht anfechtbar.</p>
<p>Quelle | OLG Frankfurt am Main, Beschluss vom 21.2.2023, 21 W 104/22, PM 13/23</p>
<h2>Wie gestalten Sie ein rechtsicheres Ehegattentestament mit einer Pflichtteilsstrafklausel?</h2>
<p>Wenn Sie Fragen haben, wie Sie ein rechtssicheres Ehegattentestament mit einer Pflichtteilsstrafklausel verfassen können, oder mehr über die Voraussetzungen einer Pflichtteilsstrafklausel wissen möchten, dann sollten Sie mit uns sprechen. Wir stehen Ihnen gerne mit unserem Fachwissen im <a title="https://advocatae.com/kanzlei-fuer-erbrecht-testament-erbvertrag/" href="https://advocatae.com/kanzlei-fuer-erbrecht-testament-erbvertrag/" target="_blank" rel="noopener">Erbrecht</a> zur Seite und beraten Sie ausführlich, wenn es ums Erben und Vererben geht. <a title="https://advocatae.com/termin-anwalt-kontakt" href="https://advocatae.com/termin-anwalt-kontakt" target="_blank" rel="noopener">Kontaktieren Sie jetzt die Advocatae Kanzlei</a> mit den erfahrenen <a title="https://advocatae.com/team-der-advocatae-kanzlei/" href="https://advocatae.com/team-der-advocatae-kanzlei/" target="_blank" rel="noopener">Fachanwältinnen für Familienrecht</a> und vereinbaren Sie einen <a title="https://advocatae.com/terminanfrage-erstberatung/" href="https://advocatae.com/terminanfrage-erstberatung/" target="_blank" rel="noopener">Beratungstermin</a>.</p>								</div>
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		<title>Pflichtteilsstrafklausel: Korrektur eines Nachlassverzeichnisses zu verlangen, bedeutet nicht, den Pflichtteil zu fordern.</title>
		<link>https://advocatae.com/korrektur-eines-nachlassverzeichnisses/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RA]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Jul 2022 06:33:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Familienrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Berliner Testament]]></category>
		<category><![CDATA[Pflichtteil]]></category>
		<category><![CDATA[Testament]]></category>
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<p>Setzen sich Eheleute in einem gemeinschaftlichen Testament gegenseitig zu Alleinerben und ihre Kinder zu Schlusserben des Längstlebenden ein, wird häufig eine sog. Pflichtteils­strafklausel vereinbart. Danach verliert ein Schlusserbe seinen Erbanspruch nach dem Längstlebenden, wenn er schon nach dem Tod des Erstverstobenen seinen Pflichtteil fordert. Er erhält dann auch nach dem Tod des Längstlebenden nur seinen Pflichtteil. Das Ober­landesgericht (OLG) Frankfurt am Main hat nun entschieden: Eine solche Pflichtteilsstraf­ klausel ist nicht bereits erfüllt, wenn der Schlusserbe nach dem Tod des Erstversterbenden eine Korrektur des ihm vorgelegten Nachlassverzeichnisses fordert.</p>
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									<p><strong>Stichwort &#8222;Pflichtteilsstrafklausel&#8220;: Korrektur eines Nachlassverzeichnisses zu verlangen, bedeutet nicht, den Pflichtteil zu fordern. </strong> Setzen sich Eheleute in einem gemeinschaftlichen Testament gegenseitig zu Alleinerben und ihre Kinder zu Schlusserben des Längstlebenden ein, wird häufig eine sog. Pflichtteils­strafklausel vereinbart. Danach verliert ein Schlusserbe seinen Erbanspruch nach dem Längstlebenden, wenn er schon nach dem Tod des Erstverstobenen seinen Pflichtteil fordert. Er erhält dann auch nach dem Tod des Längstlebenden nur seinen Pflichtteil. Das Ober­landesgericht (OLG) Frankfurt am Main hat nun entschieden: Eine solche Pflichtteilsstraf­klausel ist nicht bereits erfüllt, wenn der Schlusserbe nach dem Tod des Erstversterbenden eine Korrektur des ihm vorgelegten Nachlassverzeichnisses fordert.</p>
<h2>Gemeinschaftliches Testament</h2>
<p>Die Erblasserin war Witwe. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, von denen eines vorverstor­ben war und seinerseits zwei Kinder hinterließ. Einige Jahre vor dem Tod des erstverstorbenen Ehemanns errichteten die Eheleute ein gemeinschaftliches Testament, in dem sie sich gegenseitig zu Alleinerben einsetzten und ihre Kinder, ersatzweise deren Abkömmlinge, zu Schlusserben des Längstlebenden beriefen.</p>
<h2>„Berliner Testament“ mit Pflichtteilsstrafklausel</h2>
<p>Für den Fall, dass einer der Schlusserben nach dem Tod des Erstverstorbenen seinen Pflichtteil fordert, bestimmten die Eheleute, dass er dann auch nach dem Längstlebenden nur seinen Pflichtteil erhalten solle (sog. Pflichtteilsstrafklausel). Nach dem Tod des Ehemanns forderte die Schlusserbin die Erblasserin auf, ihr ein Nachlassverzeichnis vorzulegen und verlangte nach dessen Zusendung eine Nachbesserung sowie die Vorlage eines Wertgutachtens betreffend einer in den Nachlass fallenden Immobilie. Zu einer Auszahlung oder einer gericht­ lichen Geltendmachung des Pflichtteils kam es nicht.</p>
<p>Als auch die Erblasserin gestorben war, beantragte die Antragstellerin als eine der Schluss­erben einen gemeinschaftlichen Erbschein auf der Grundlage des gemeinschaftlichen Testa­ments der Eheleute. Sie berücksichtigte dabei allerdings nicht die Schlusserbin, da diese ihren Erbanteil verwirkt habe. Das Nachlassgericht kündigte mit dem angefochtenen Beschluss den Erlass des beantragten Erbscheins an. Hiergegen legte die Schlusserbin Beschwerde mit dem Argument ein, sie habe nicht ihren Pflichtteil nach dem Tod des Erstverstobenen von der jetzi­gen Erblasserin gefordert.</p>
<h2>Pflichtteilsstrafklausel war hier nicht erfüllt</h2>
<p>Das OLG gab ihr Recht. Die Pflichtteilsstrafklausel sei nicht erfüllt. Auch wenn das Einfordern des Nachlassverzeichnisses und die hieran geübte Kritik zu einer Belastung der überlebenden Ehegattin geführt habe, sei darin allein noch kein Fordern des Pflichtteils zu sehen. Dies sei zunächst nur das Verlangen einer Auskunft über den Wert des Nachlasses. Auf eine solche Aus­kunft sei der Pflichtteilsberechtigte angewiesen, um eine für ihn sinnvolle Entscheidung treffen zu können. Eheleute, die bereits den überlebenden Ehegatten vor einem Auskunftsverlangen der Schlusserben schützen wollten, müssten dies im Rahmen der testamentarischen Pflicht­teilsstrafklausel deutlich zum Ausdruck bringen.</p>
<p>Der Beschluss ist rechtskräftig.</p>
<p>Quelle | <a title="https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/perma?d=LARE220002705" href="https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/perma?d=LARE220002705" target="_blank" rel="noopener">OLG Frankfurt a. M., Beschluss vom 1.2.2022, 21 W 182/21</a>, PM 26/2022 vom 28.3.2022</p>
<h2>Fragen zur Pflichtteilsstrafklausel?</h2>
<p>Wir beraten Sie kompetent und ausführlich, wenn Sie Fragen zu einem Testament und der Pflichtteilsstrafklausel oder dem sog. &#8222;Berliner Testament&#8220; haben. Wir helfen Ihnen auch in komplizierten Erbrechtsangelegenheiten weiter. <a href="https://advocatae.com/termin-anwalt-kontakt">Kontaktieren</a> Sie jetzt die Advocatae Kanzlei mit den erfahrenen <a href="https://advocatae.com/fachanwaeltinnen-fuer-familienrecht-team-der-advocatae-kanzlei">Fachanwältinnen für Familienrecht</a>. Vereinbaren Sie einfach einen zeitnahen Beratungstermin.</p>								</div>
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			</item>
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		<title>Gericht stellt hohe Anforderungen an Entziehung des Pflichtteils</title>
		<link>https://advocatae.com/anforderungen-an-entziehung-des-pflichtteils-sind-hoch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RA]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Oct 2021 02:30:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Erbschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Pflichtteil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://advocatae.com/anforderungen-an-entziehung-des-pflichtteils-sind-hoch/">Gericht stellt hohe Anforderungen an Entziehung des Pflichtteils</a> erschien als erstes auf <a rel="nofollow" href="https://advocatae.com">Advocatae Kanzlei Berlin</a>.</p>
<p>Um einem gesetzlichen Erben den Pflichtteil wirksam entziehen zu können, müssen Erb­lasser sowohl formal als auch inhaltlich hohe Hürden überwinden. Insbesondere kann eine körperliche Auseinandersetzung nur dann dazu führen, dass der Pflichtteilsanspruch entfällt, wenn es sich um ein schweres Vergehen gegen den Erblasser gehandelt hat. Das hat das Landgericht (LG) Frankenthal in einem aktuellen Rechtsstreit entschieden.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://advocatae.com/anforderungen-an-entziehung-des-pflichtteils-sind-hoch/">Gericht stellt hohe Anforderungen an Entziehung des Pflichtteils</a> erschien als erstes auf <a rel="nofollow" href="https://advocatae.com">Advocatae Kanzlei Berlin</a>.</p>
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									<p><strong>Gericht stellt hohe Anforderungen an die Entziehung des Pflichtteils.</strong> Um einem gesetzlichen Erben den Pflichtteil wirksam entziehen zu können, müssen Erb­lasser sowohl formal als auch inhaltlich hohe Hürden überwinden. Insbesondere kann eine körperliche Auseinandersetzung nur dann dazu führen, dass der Pflichtteilsanspruch entfällt, wenn es sich um ein schweres Vergehen gegen den Erblasser gehandelt hat. Das hat das Landgericht (LG) Frankenthal in einem aktuellen Rechtsstreit entschieden. Der testamenta­risch übergangene gesetzliche Erbe hatte eine an seiner Stelle bedachte soziale Einrichtung verklagt. Diese muss ihm nun seinen 50%igen Pflichtteil auszahlen und auch die Verfahrens­kosten tragen.</p>
<h2>Sachverhalt: Eltern entzogen im Erbvertrag Sohn den Pflichtteil</h2>
<p>Die Eltern des Mannes hatten ihn 1997 in einem notariellen Erbvertrag enterbt und zusätzlich angeordnet, dass ihm der Pflichtteil entzogen werden soll. Als Begründung gaben sie an, dass der Sohn seine Mutter ein Jahr zuvor mehrfach geschlagen und sie hierbei eine Schädelprel­lung erlitten habe. Diese Pflichtteilsentziehung wollte der Mann nach dem Tod der Mutter nicht akzeptieren und klagte gegen die als Erbin eingesetzte soziale Einrichtung.</p>
<h2>Landgericht: unwirksame Pflichtteilsentziehung</h2>
<p>Die Klage hatte vollen Erfolg. Nach Ansicht des LG war die Entziehung des Pflichtteils im Erb­vertrag bereits aus formalen Gründen unwirksam. Um zu verhindern, dass nachträglich weitere Gründe nachgeschoben werden, müsse das maßgebliche Fehlverhalten des Erben bereits im Testament eindeutig geschildert sein. Hier sei aber gerade nicht festgehalten worden, welche Hintergründe zu der Auseinandersetzung geführt und welche Folgen dies gehabt habe. Da der Streit im Gerichtsverfahren zudem nicht aufgeklärt werden konnte, bleibe es denkbar, dass sich die Körperverletzung bei einem spontanen Streit oder im Affekt zugetragen habe. Dies recht­fertige nicht zwingend eine Pflichtteilsentziehung, denn nur ein schweres Vergehen gegen den Erblasser könne zum Verlust des Pflichtteils führen. Ein solches schweres Vergehen gegen die Mutter hätte der bedachte Verein aber nachweisen müssen.</p>
<h2>Hohe Hürden für Pflichtteilsentziehung</h2>
<p>Es sei zudem zu vermuten, dass der angebliche Vorfall aus 1996 nicht der Hauptgrund für die Pflichtteilsentziehung gewesen sei. Es sei, so das Gericht, eher davon auszugehen, dass die Eltern mit dem Lebenswandel ihres Sohnes nicht mehr einverstanden gewesen seien. Dies rechtfertige es jedoch nicht, dem Sohn seinen verfassungsrechtlich geschützten Pflichtteil in Höhe der Hälfte des Erbes zu entziehen.</p>
<p>Die Entscheidung ist rechtskräftig.</p>
<p>Quelle | <a title="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LG%20Frankenthal&amp;Datum=11.03.2021&amp;Aktenzeichen=8%20O%20308%2F20" href="https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=LG%20Frankenthal&amp;Datum=11.03.2021&amp;Aktenzeichen=8%20O%20308%2F20" target="_blank" rel="noopener">LG Frankenthal, Urteil vom 11.3.2021, 8 O 308/20</a></p>
<h2>Haben Sie Fragen zum Thema Entziehung des Pflichtteils?</h2>
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					<h2 class="elementor-heading-title elementor-size-default">Weiterführende Links</h2>				</div>
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										<span class="elementor-icon-list-text">Ungewöhnliches Testament: der Lebensgefährte darf nicht ins Haus</span>
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										<span class="elementor-icon-list-text">Was darf der Erblasser im Hinblick auf Auflagen im Testament regeln?</span>
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		<title>Ehrloser und unsittlicher Lebenswandel ist kein Grund mehr für einen Pflichtteilsentzug</title>
		<link>https://advocatae.com/lebenswandel-kein-grund-fuer-pflichtteilsentzug/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[RA]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2020 01:17:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Notarielle Angelegenheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Pflichtteil]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://wp13544483.server-he.de/?p=2675</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://advocatae.com/lebenswandel-kein-grund-fuer-pflichtteilsentzug/">Ehrloser und unsittlicher Lebenswandel ist kein Grund mehr für einen Pflichtteilsentzug</a> erschien als erstes auf <a rel="nofollow" href="https://advocatae.com">Advocatae Kanzlei Berlin</a>.</p>
<p>Will der Erblasser einem Erben den Pflichtteil entziehen, kann er das nicht mit einem „ehrlosen und unsittlichen Lebenswandel“ begründen. Dieser Entziehungsgrund ist zum 1.1.2010 abgeschafft worden.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://advocatae.com/lebenswandel-kein-grund-fuer-pflichtteilsentzug/">Ehrloser und unsittlicher Lebenswandel ist kein Grund mehr für einen Pflichtteilsentzug</a> erschien als erstes auf <a rel="nofollow" href="https://advocatae.com">Advocatae Kanzlei Berlin</a>.</p>
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									<p><strong>Ehrloser und unsittlicher Lebenswandel ist kein Grund mehr für einen Pflichtteilsentzug. Will der Erblasser einem Erben den Pflichtteil entziehen, kann er das nicht mit einem „ehrlosen und unsittlichen Lebenswandel“ begründen.</strong></p>
<p>Hierauf hat das Landgericht (LG) Bonn hingewiesen. Die Richter begründeten das damit, dass der ausdrücklich von den Erblassern in der letztwilligen Verfügung benannte Entziehungsgrund des „ehrlosen und unsittlichen Lebenswandels“ zwar früher so im Gesetz gestanden habe. Er sei aber bereits zum 1.1.2010 abgeschafft worden. Für Erbfälle nach dem 1.1.2010 gelten die neuen Vorschriften. Dabei ist unerheblich, ob sie an Ereignisse vor Inkrafttreten der Erbrechtsnovellierung anknüpfen. Auf einen ehrlosen und unsittlichen Lebenswandel kann der Pflichtteilsentzug mithin nicht mehr gestützt werden.</p>
<p>Nach der neuen Gesetzeslage kann ein Pflichtteilsentzug vorgenommen werden, wenn der Abkömmling wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung rechtskräftig verurteilt wurde und seine Teilhabe am Nachlass deshalb für den Erblasser unzumutbar ist.</p>
<p>Quelle | <a title="http://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/bonn/lg_bonn/j2019/2_O_66_19_Teilurteil_20191218.html" href="http://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/bonn/lg_bonn/j2019/2_O_66_19_Teilurteil_20191218.html" target="_blank" rel="noopener">LG Bonn, Urteil vom 18.12.2019, 2 O 66/19</a></p>
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